Die letzten Filmmaler
Die meisten von euch haben die handgemalten Filmplakate am Straßenrand oder auf vorbeifahrenden Lastwagen vergessen oder vielleicht nie gesehen, die in abgelegenen Gegenden lautstark für kommende Filme warben. Hier in Phuket gehören sie seit Jahrzehnten zu unserem Alltag, und früher gab es viel mehr dieser riesigen Plakate, die uns meistens zum Schmunzeln brachten… Ist das Brad Pitt oder Bruce Willis? Ja, wir haben manchmal darüber gelacht, aber ich fand es immer irgendwie süß.

Die Zeit vergeht und diese großen handgemalten Werbetafeln werden immer seltener, ich sehe sie jetzt nur noch auf Lastwagen: Die Technologie holt auf, schneller und genauer, hier wahrscheinlich noch nicht billiger. Doch an einem Ort in Phuket wird diese verschwindende Kunst immer noch weitergeführt. Zwei ältere thailändische Männer erhalten wöchentlich Bestellungen vom Phuket Coliseum Cinema für die „bald erscheinenden“ Shows. Also besuchten wir sie in ihrer winzigen, abgelegenen Soi (Gasse) von Phuket.

Freundlich und lächelnd malen beide seit ihrer Jugend Plakate und malen seit zwanzig Jahren für das Phuket Coliseum. Stellen Sie sich vor: Sie wissen besser als jeder andere, welche Filme in den letzten zwanzig Jahren jede Woche liefen!

Sie brauchen nur einen halben Tag, um eines davon zu malen. Zieht man morgens die Umrisse nach, muss der LKW um 3 Uhr unterwegs sein. Aber es geht nicht einfach nur um die Reproduktion eines Bildes basierend auf dem bereitgestellten Beispiel des Filmvertriebs. Ohne vorherige Skizzen mischen und kombinieren sie Details dieses Bildes, um ihre eigene Version zu erstellen. Einer der Gründe ist einfach: Poster sind vertikal, LKWs hingegen horizontal. Daher folgt die Darstellung oft einer einfachen Regel: Aktion oder Landschaft im Hintergrund, Gesicht der Schauspieler in den Ecken.

Was ist Ihrer Meinung nach das Schwierigste für sie? Das Gesicht eines Farang (Ausländers) zu schminken, weil Gesichter etwas anders sind? Falsch gedacht! Thailändische Schauspieler sind am schwierigsten, weil sie sofort erkannt werden!
Seit zwanzig Jahren betreiben Khun Pong und Khun Yid in ihrer winzigen, überhitzten Werkstatt mit drei Sperrholzplatten, drei Pinseln und einer Menge Farbe und Geschick eine aussterbende Kunstform – und niemand wird jemals von ihnen erfahren.
